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DCHV warnt vor gestohlenen Zulassungsdokumenten

In den vergangenen Monaten wurden aus deutschen Zulassungsstellen bei Einbrüchen vermehrt Blanko-Zulassungspapiere gestohlen. Der Deutsche Caravaning Handels-Verband DCHV warnt deshalb besonders Vermieter vor der Gefahr von Unterschlagungen von Mietfahrzeuge, die dann mit gestohlenen Fahrzeugpapieren ausgestattet werden. Branchenverbände, Autovermieter und Handel berichten vermehrt über Fälle von Fahrzeugunterschlagungen und Betrug im Zusammenhang mit gestohlenen Zulassungsdokumenten. Vor diesem Hintergrund macht der DCHV auf aktuelle Risiken aufmerksam und gibt praktische Handlungsempfehlungen.

Aktuelle Lage:

– In Deutschland wurden in den letzten Jahren in erheblichem Umfang Blanko-Zulassungsbescheinigungen entwendet. Diese werden von Kriminellen genutzt, um gestohlenen oder unterschlagenen Fahrzeugen eine scheinbar legale Identität zu geben.

– Besonders betroffen sind Miet- und Leasingfahrzeuge, die unterschlagen und anschließend mit gefälschten Papieren über Online-Plattformen oder den freien Handel angeboten werden.

– Branchenvertreter berichten von einem spürbaren Anstieg derartiger Fälle im In- und Ausland, der sich direkt auf Händler, Vermieter und Werkstätten auswirkt.

Risiken für unsere Mitglieder:

– Fahrzeuge können mit manipulierten oder gefälschten Zulassungsbescheinigungen Teil I/II angeboten werden, die auf den ersten Blick echt wirken.

– Betroffen sind insbesondere:

– Ankauf von Gebrauchtfahrzeugen (insbesondere aus Vermietbeständen oder grenzüberschreitend).

– Vermietungen mit längeren Mietzeiträumen oder Übergaben an neue Kunden ohne ausreichende Identitätsprüfung.

– Im Schadensfall drohen erhebliche finanzielle Verluste sowie rechtliche Auseinandersetzungen, etwa bei späterer Sicherstellung des Fahrzeugs durch die Polizei.

Handlungsempfehlungen:

Wir empfehlen unseren Mitgliedern insbesondere folgende Vorsichtsmaßnahmen:

1. Dokumentenprüfung intensivieren:

– Zulassungsbescheinigung Teil I/II sorgfältig auf Plausibilität, Sicherheitsmerkmale und Übereinstimmung mit der Fahrzeug-Identnummer (FIN) prüfen.

– Auffälligkeiten (ungewöhnlicher Zustand, Fehler in Druckbild oder Daten, unklare Halterhistorie) kritisch hinterfragen.

2. Identität und Herkunft verifizieren:

– Bei Ankäufen von (ehemaligen) Miet- oder Leasingfahrzeugen stets eindeutige Nachweise der Herkunft verlangen (wie Abmeldebestätigung, Schreiben des Vermieters/Leasinggebers).

– Im Zweifel direkte Rücksprache mit dem angegebenen Vermieter/Leasinggeber oder – sofern möglich – mit der zuletzt zuständigen Zulassungsstelle halten.

3. Online-Angebote besonders kritisch prüfen:

– Vorsicht bei sehr günstigen Angeboten, kurzfristigen Verkaufsdruck oder unklaren Eigentumsverhältnissen.

– Keine Übergabe größerer Beträge oder Fahrzeuge ohne vollständige Prüfung aller Unterlagen und der Identität des Vertragspartners.

4. Verdachtsfälle melden:

– Bei konkreten Verdachtsmomenten (wie Unstimmigkeiten in Dokumenten oder Fahrzeugdaten) zeitnah die Polizei einschalten.

– Dokumente, Inserate und Kommunikationsverläufe sichern, um Ermittlungen zu unterstützen.

Hinweis zur Informationslage:

Bitte beachten Sie, dass genaue Fallzahlen und Schadenssummen in der Regel von Polizei, Staatsanwaltschaften und Versicherern erhoben werden und nicht immer öffentlich verfügbar sind. Die oben beschriebenen Punkte beruhen auf branchenweit beobachteten Entwicklungen und den Rückmeldungen von Mitgliedsunternehmen und Verbänden.